Brillenglas-Bestimmung: Wie läuft die Untersuchung ab?

Jeder, der unter einer Fehlsichtigkeit leidet, kennt das: Bei der Bestimmung der Sehkraft stellen Augenoptiker oder Arzt ganz gezielt Fragen. Aber warum eigentlich? Und kann man beim Sehtest etwas “falsch” machen?  

Der Ablauf des Sehtests  

Beim Augenoptiker bzw. Augenarzt Ihres Vertrauens zum Sehtest angekommen erfolgt die Messung der Sehkraft und Brillenglas-Bestimmung sehr individuell und mit unterschiedlichen Methoden. Wichtig dabei ist neben einer objektiven auch die subjektive Messung und Befragung durch den Spezialisten.   

Vorgespräch 

Der gut ausgebildete Augenoptikermeister wird die Brillenglasbestimmung in der Regel sehr umfassend angehen. Eine ausführliche Befragung gibt Aufschluss über das weitere korrektes Vorgehen. Der Optikermeister klärt in einem interviewartig geführten Gespräch folgendes: 

  • Welche Brillen(n) oder Sehhilfen verwendet der Kunde bisher? 
  • Wie hatten diese funktioniert? 
  • Was ist der Hauptgrund des Besuchs? 
  • Welche „Nebenbeschwerden“ (Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Sehunruhe, schnelle Ermüdung beim Lesen, Doppelsehen, usw.) treten auf? 
  • Was ist die Tätigkeit des Kunden (sowohl beruflich als auch privat)? 
  • Was sind die Hauptsehentfernungen (Bildschirm, Notenständer, eine spezielle Maschine, usw.) auf welche häufig geblickt wird? 
  • Sind irgendwelche Augenerkrankungen bekannt? 
  • Sind irgendwelche Allergien bekannt? 

Vorgespräch mit dem Augenoptiker

Sehtest – Objektive Messung  

Die objektive Augenglasbestimmung erfolgt mithilfe des Autorefraktometers oder eines Skiaksops (siehe auch: Was ist eine Refraktion?). Im Prinzip beruhen beide Methoden auf derselben Idee: Es wird Licht ins Auge geschickt. Dieses Licht reflektiert im Auge und der wieder zurückkommende Anteil wird bewertet. Durch einen Umkehrschluss bewertet der Optikermeister somit die Fehlsichtigkeit. Beide Verfahren haben dasselbe Ziel: in sehr kurzer Zeit (wenige Sekunden bis max. 1 Minute) die Fehlsichtigkeit des Kunden zu ermitteln, ohne dass dieser eine Antwort gibt. Beide Methoden sind völlig schmerzfrei. 

Da die objektive Messmethoden nicht ganz exakt sind, wird nach deren Ergebnis auch keine Brille angefertigt. Die objektive Messung dient lediglich als Ausgangswert für die subjektive Messung.

Brillenglasbestimmung

 

Sehtest – Subjektive Bestimmung 

Dann folgt der zweite Teil des Sehtests: die subjektive Messung mithilfe der Messbrille oder des Phoropters. Bei der Messbrille handelt es sich um eine vielseitig einstellbare spezielle Brille, in welche verschiedene Messgläser (Probiergläser) gesteckt werden können. Der Phoropter erfüllt prinzipiell die gleiche Funktion – nur sind hier die Messgläser im Gerät enthalten und können rascher gewechselt werden. Ob eine Messbrille oder ein Phoropter zum Einsatz gelangt, obliegt meist dem Geschmack des jeweiligen Optikers. 

Das Ergebnis der objektiven Refraktion wird nun in Form der Messgläser in Messbrille oder Phoropter gesteckt und Sie blicken damit auf verschiedenen Sehzeichen (spezielle Buchstaben, Zahlen, Haken oder Ringe), welche sich in mindestens 5 Metern Entfernung befinden. 

Der Experte stellt nun verschiedene Fragen zur Sehschärfe, wie etwa: “Sehen Sie die unterste Zeile scharf? Ist es besser oder schlechter mit diesem Aufsatz?” Und hält Ihnen dabei versch. Brillengläser vor die Messbrille. Durch verschiedene Fragestellungen kontrolliert der Augenoptiker die gemessene Fehlsichtigkeit und das eigene Empfinden. Denn nicht jeder sieht mit dem bei der objektiven Messung festgestellten Ergebnis automatisch scharf und angenehm. Es spielen verschiedene weitere Faktoren eine Rolle. Diese subjektiven Empfindungen sind wichtig, um schlussendlich die optimal passende Brille zu finden.   

Sehtest Ablauf

Das subjektive Empfinden ist sehr wichtig

Keine falschen Ergebnisse beim Sehtest  

Dabei gilt, dass Sie bei den Antworten nichts “falsch” machen können. Die geschulten Optiker, wie etwa unsere Experten von Tirol Q, gehen nach einem bestimmten Schema vor, um Missverständnisse und Fehler zu vermeiden. Ihre schnellen, intuitiven Antworten stützen die Messungen. Sie verändern aber nicht komplett die Ergebnisse des Sehtests. Durch die schnellen Fragestellungen und Wechsel der Brillenstärken vermeidet der Optiker die Gewöhnung des Auges an die jeweiligen Gläser.

Im Anschluss sucht der Kunde gemeinsam mit dem Optiker die Brillenfassung oder die passenden Kontaktlinsen aus. Infos zu harten und weichen Linsen gibt es hier

Optikermeister und Tirol Q Experte Ing. Johannes Plangger B.Sc. dazu: Wichtig ist die im Anschluss abgegebene Empfehlung ob überhaupt eine neue Brille sinnvoll erscheint, und falls ja – wie das weitere Vorgehen sein sollte.”

 

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